Wir hören auf. Skeyavil schließt die Pforten.

Liebe Skeyaviler und Innen!

Wir haben uns schweren Herzens dazu entschlossen, Skeyavil am 14. Oktober zu schließen. Schon seit Längerem war es uns kaum noch möglich, den Server auf dem Level zu betreiben, welches wir uns immer vorgestellt hatten. Mit dem Ende von Bukkit und der Mojang-Übernahme durch Microsoft hat sich die Lage für uns so sehr verschärft, dass wir keine Möglichkeit mehr sehen, den Skeyavil-Server weiter zu betreiben. Bevor Skeyavil anfängt, langsam vor sich hin zu rotten, möchten wir lieber aufhören, wenn es am Schönsten ist.

Es waren über 3 wunderbare Jahre mit euch. Mir wird die Zeit mit euch in Skeyavil auf immer und ewig wie ein schöner Traum in Erinnerung bleiben. Ich danke euch für all die Erlebnisse und Erfahrungen, die ich mit euch sammeln durfte. Und es war mir eine Ehre, der besten Community der Welt einen gescheiten Minecraft-Server zur Verfügung zu stellen.

Aber alles geht einmal zu Ende, so auch unser geliebtes Skeyavil-Projekt.

Es fällt mir sehr schwer, die richtigen Worte zu finden. Und ich habe mich immer vor diesem Moment gefürchtet, in dem ich einen Abschiedstext formulieren muss. Nun ist dieser Moment gekommen und ich fange am besten ganz vorne an…


Vor etwa 4 Jahren bekam ich das Demo von Minecraft in die Finger. Das damals noch äußerst limitierte Spielchen zog mich sofort in seinen Bann und ich zückte ruhigen Gewissens die 10 Euro für die „Vollversion“. Als Spielernamen fiel mir spontan nichts Besseres als BossEndorphin ein, war ja auch egal, da der ja nur für mich bestimmt war.

Während ich still und gemütlich die Burg Wiesenfels errichtete und mir in den Höhlen darunter vor lauter Angst fast in die Hosen machte, hörte ich erste Gerüchte, es gäbe auch Mods für das Spiel und die Möglichkeit, es als Multiplayer zu betreiben. Das juckte mich aber wenig, denn mir machte das Vanilla-Survival-Spiel am meisten Spaß… und Multiplayer waren damals so gar nicht mein Ding. Mit anderen Leuten spielen? Bloß nicht! Und diese ständige Chaterei! Ätzend! :)

Nach einiger Zeit kam ich auf die Idee, eine Fanseite zu eröffnen. Ich hatte sowas schon viele Jahre zuvor mal mit einem anderen Spiel erfolgreich gemacht und nun schien mit Minecraft der ideale Nachfolger gefunden. minenarbeit.de war geboren. Schnell waren die ersten Posts geschrieben, doch die Zeiten hatten sich geändert. YouTube war inzwischen groß angesagt, Leute machten Gameplay-Videos und es gab da schon so einen Kerl namens Gronkh, der mit Minecraft-Filmchen bereits viele tausend Abonnenten hatte. Okay, dachte ich mir, zu einer Fanseite gehören dann wohl auch Videos. Gesagt, getan, die ersten Videos gingen ins Netz…

Zwar war die Nachfrage nach Minecraft inzwischen zu einem richtigen Hype geworden, dennoch überraschte es mich, wie schnell meine Abozahlen nach oben gingen. Ich stand sogar mal auf der YouTube-Startseite als der mit der größten Zuwachsrate des Tages :) Also war ich auf dem richtigen Weg und begann, regelmäßig Videos zu veröffentlichen.

Dann begab es sich, dass ein größerer privater WoW-Server, den Agoon12 administrierte, die Pforten schloss. Agoon hatte ebenfalls schon Minecraftblut geleckt und das Spiel mit mir im Multiplayer angetestet. Wir bauten damals zu zweit an Khorinis aus dem Spiel Gothic. Plötzlich kam Agoon zu mir und sagte: „Hey, wir machen einen Minecraft-Server und du machst mit!“ :) Ich antwortete so in der Art „Äh, was? Ja, cool, okay! Aber wer ist wir?“

Agoon hatte den Besitzer des stillgelegten WoW-Servers davon überzeugt, den Server für unser Projekt zur Verfügung zu stellen. Auch hatte Agoon schon ein Team zusammengestellt, TGBVeltins, Memphises und Fidelcastor. Ich ließ mich mehr oder weniger dazu überreden, mitzumachen. Unter der Bedingung, dass ich mit dem Admin-Kram nichts zu tun hätte und alleine an meinen Projekten bauen könne, ohne dass mir jemand reinquatscht. Wegen meiner immer noch wachsenden Zuschauerzahlen auf YT sollte der Server später auch als Minenarbeit.de-Server ans Netz gehen. Und vor allem sollte es kein Free-Build-Mist werden, sondern ein echtes Action-Adventure-Survival Erlebnis bieten, mit viel Liebe zum Detail und einer tollen, abwechslungsreichen Welt.

Der Grundaufbau dieser Welt (heute bekannt als „alte Map“) dauerte einige Wochen. Ich kümmerte mich in der Zeit weiterhin hauptsächlich um meine Videos, hatte gerade die „Bad Schönfels“-Staffel gestartet. In einer Folge bat ich meine Zuschauer, einen Dungeon für mich zu suchen. Der Seed war bekannt und so erhielt ich eine Mail mit Foto im Anhang, darauf ein handgeschriebenes Blatt mit jeder Menge Koordinaten zu Dungeons. Das haute mich um. Auch TGBVeltins war der Einsatz dieser Zuschauerin aufgefallen und so schlug er vor, diese mit ins Serverteam zu holen. So kam Seifenblase_ dazu und – schüchtern wie sie damals noch war :) – grub sie sich gleich mal irgendwo ein, um tief unter der Erde Alcave zu errichten. Schnell war sie bei allen beliebt und ich begann, sie nur noch als „Lady“ anzusprechen :)

Endlich ging der Server on und es folgten die schlimmsten Monate meines Lebens! :D
Es gab schöne Momente, ganz sicher. Aber ich lernte schnell, dass ich mich vor den administrativen Aufgaben nicht drücken konnte. Die Admins Agoon12 und TGBVeltins hatten jede Menge zu tun. Es gab tägliche Bannungen. Unreife und feindseelige Spieler machten uns das Leben zur Hölle. Jedes milde Vorgehen seitens des Teams wurde sofort ausgenutzt. Es wurde gejammert und gebettelt, geflucht und beleidigt. Ich fühlte mich in meinen Vorurteilen gegenüber Multiplayern mehr als bestätigt. Bis ich endlich lernte, von meinen Mod-Rechten Gebrauch zu machen und mir nicht alles zu Herzen zu nehmen. Es wurde versucht, uns zu hacken, es gab eine DoS-Attacke, es kam zum Großbrand, zu Abstürzen und Totalausfällen. Die Tage waren gefüllt mit Aufgaben und Projekten, der Server meist voll mit Spielern. Und plötzlich kriselte es im Team…

Agoon hatte die hauptsächliche Organisation und konzeptionellen Dinge in seinen Händen, ich war Namesgeber und „Zugpferd“, und TGBVeltins hatte die Kosten des Servers übernommen. Unser Teammitglied Fidelcastor hatte sich wie geplant allmählich aus dem Team zurückgezogen und wir benötigten Ersatz. Da gab es diese eine nette Spielerin, die unten an der Küste wohnte, super bauen konnte, immer gut drauf war und geduldig ihren nervigen Nachbarn ertrug. So war es auch in Mangelwares Dachboden, wo ich TGBVeltins anbot, mich an den Serverkosten zu beteiligen. Er schlug es aus, da die Kosten nicht so hoch seien. Wenig später hatte TGBV die Mangelware ins Team geholt, allerdings ohne dies mit seinem Admin-Partner Agoon12 zu besprechen, der sich leicht übergangen fühlte. Um das für die Zukunft auszuschließen, bat Agoon den Veltins zum klärenden Gespräch. Ich möchte das nicht wieder aufrollen und nachtreten. Der Versuch der Klärung ging jedenfalls gründlich schief :) Das ganze Server-Projekt war in Gefahr und Agoon und ich taten das einzig Richtige: Ich unterschrieb noch am gleichen Tag den Dauerauftrag und Agoon erklärte dem Server-Besitzer die Lage. Dieser hatte Verständnis für uns und entschloss sich, uns weiter zu unterstützen. Die Sache war damals irgendwie aus dem Ruder gelaufen und ich kann bis heute nicht erklären, wieso eigentlich. Jedenfalls kamen wir danach glücklicherweise schnell wieder auf Kurs.

Nun waren Agoon, Memphi, Seife, Mangel und ich allein im Team. Was soll ich sagen? Es hätte nicht besser kommen können. Es kehrte Ruhe ins Team ein und auch die SpielerInnen schienen ein wenig besser eingenordet zu sein. Auch als ein Spieler einige unserer gebannten Spieler um sich versammelte, um ein eigenes Projekt zu starten und es dabei zu einer Griefing-Attacke kam, konnte uns das nicht mehr aus der Bahn werfen. Ich verspürte inzwischen sogar bei mir selbst so etwas wie Leidenschaft für den Multiplayer-Modus.

Ich lernte, dass Leute sich nicht nur gegenseitig auf den Geist gehen wollten. Man wollte zusammen spielen, kreativ sein, gemeinsame Projekte hochziehen, Freundschaften knüpfen, Spaß haben, lachen und gemeinsam eine tolle Zeit erleben. Auch gab es nicht nur Nervensägen unter den Spielern, sondern auch jede Menge netter und cooler Typen. Leute eben, die das Serverkonzept verstanden hatten und aktiv halfen, es umzusetzen. Ich war und bin davon fasziniert, wie wenig es eine Rolle spielt, welches Geschlecht man hat, wie alt man ist, welchen Beruf man ausübt, ob man dick oder dünn ist, eine krumme Nase hat oder was auch immer. Hier treffen sich einfach Menschen mit dem gleichen Hobby: Minecraft spielen. Der Rest ist egal. So gibt es natürlich auch positive Erinnerungen, die aber viel zu zahlreich sind, sie alle hier aufzuzählen.

Dennoch wurde ich allmählich unzufrieden. Vieles auf dem Server schien mir zu improvisiert, zu klein und unfertig. Viele unserer Admin-Aufgaben waren nicht ausgereift und zu aufwändig. Die Welt war ein seltsames Durcheinander von „Jeder baut wo und was er will“. Auch stand eine neue MC-Version ins Haus und so reifte in mir die Idee eines Neuanfangs. Als ich Agoon davon erzählte, war dieser sofort Feuer und Flamme. Uns fielen zeitgleich jede Menge Dinge ein, die wir anders und besser machen wollten. Ich begann, nach einer passenden Map zu suchen. Diese wurde als Geheimwelt auf dem Server installiert, so dass das Team dort Testbauten errichten und sich gleichzeitig um die Spieler kümmern konnte. Agoon baute eine erste Version des Reichstags, Seifenblase und ich probierten uns an verschiedenen Stadtgebäuden und Mangel errichtete ein gigantisches Bahnhofsgebäude. Es war so erschreckend groß, dass wir alle wie Liliputaner wirkten und sogar Mangel es als Fehlversuch bewertete und wieder abriss :)
Stattdessen versuchte sie sich nun am mittelalterlichen Baustil. Es entstand ein kleines Dorf, das deutlich Steam-Punkiger aussah, als es später dann wurde. Nur ein Name fehlte noch. Und so machten Mangel und ich ein kleines Brainstorming, bei dem wir auf Rivengaard kamen. Das gefiel der Mangel, der Rest ist bekannt :)

Was den Namen für das neue Projekt anging, waren Agoon und ich schnell einig. Agoon hatte Jahre zuvor an einer Oblivion-Mod gewerkelt. Damals hatten wir uns den Namen Skeyavil ausgedacht. Da die Mod nie fertig wurde, hing der Name leblos im Raum. Nun hatten wir die Möglichkeit, das Skeyavil-Projekt doch noch zu realisieren, nur eben mit einem anderen Spiel. Auch der Rest vom Team hatte nichts einzuwenden (da hab ich aber auch etwas nachgeholfen :D), also erlebten wir die Geburtsstunde von Skeyavil. Am 14.Oktober 2011 setzte Agoon den Grundstein für den Neuaufbau und sofort gab es kein Halten mehr. Ich baute zeitgleich an mehreren Stellen, über und unter Tage, das Museum, den Saloon in Elder Skey, später mit Mangel viele der U-Bahn-Schächte, alles im Creative Mode ohne World Edit, da dies für die damalige MC-Version noch nicht zur Verfügung stand. Seife kam auch dazu und – natürlich – grub sich erstmal wieder ein! Diesmal nur nicht nach unten, sondern vom Zentralplatz quer durch den Berg, bis sie einen Durchbruch machte und überrascht auf einen unüberwindlichen See blickte. Dort steht seit jenen Tagen die Brücke von Baleau. Mit Memphises und Agoon an Bord kamen wir gut voran und konnten schließlich auch unsere VIP SpielerInnen auf den Server lassen.

Auf der alten Map hatten sich einige Spieler und Innen als besonders umgänglich und produktiv
herauskristallisiert. Diesen hatten wir den speziellen Titel VIP gegeben, der es ihnen nun erlaubte, in der erweiterten Aufbauphase Skeyavil mitzugestalten. Nicht alle gingen respektvoll damit um. Wieder wurde gemeckert. Das Meer zu nass, der Kubus zu eckig, die Stadt zu urban, die Berge zu bergig und überhaupt… Aber naja, egal! Das waren letztlich nur Ausnahmen. Die meisten unserer VIP brachten sich sehr positiv ein. Als schließlich und endlich die Spieler wieder kommen konnten, kam auch das Leben zurück in die Bude. Nur wesentlich harmonischer als zuvor.

Das Konzept mit dem Anfängerdorf Deppendorf, äh, Tryinhal funktionierte sehr gut und brachte Ordnung in das Bewerbungsverfahren. Daisy’s Baumschule machte weit weniger Dreck als das alte Sägewerk und auch die Spieler kamen nach etwas Umgewöhnungszeit prima mit dem neuen Konzept klar. Für mich folgten dann die zwei schönsten Jahre, die ich auf dem Server erlebt habe. Es gab immer noch die schlimmen Zwischenfälle, natürlich. Typen, die sich mit krimineller Energie in den Vordergrund spielen wollten. Und immer wieder das gleiche dumme Verhalten: Provozieren, Server aufmischen, Schuld auf andere schieben, sich nach dem Bann im Forum auslassen und wenn das nicht geht, Hasskommentar per copy & paste in meinem YT-Kanal verbreiten. Gähn! :D

Aber das Schöne überwog. Skeyavil startete gut durch. Es wurde geklopft und gehämmert an jeder Ecke. Und was das Wichtigste war, die Spieler – also ihr – kamt gut miteinander klar. Wir hatten es geschafft, eine funktionierende, kreative und friedliche Community zu formen – und das ist millionenfach wichtiger als das noch so schönste Bauwerk! Skeyavil kann man wieder aufbauen. Aber über Jahre hinweg so eine tolle Community zu entwickeln, das ist etwas, was wirklich nicht jeder schafft. Es braucht dazu eben nicht nur ein gutes Team, sondern vor allem auch gute Spielertypen, wie ihr alle es seid!

Anfang 2013 kam es zu technischen Störungen, die wir zum Anlass nahmen, uns von unserem Server-Besitzer zu trennen. Ich investierte in einen Server bei einem kommerziellen Anbieter, viel mehr Power zu allerdings auch höheren Kosten. Um diese zu puffern, wurde die PayPal-Spendenfunktion eingeführt und ich möchte mich an dieser Stelle nochmal herzlich bei allen Spendern und Innen bedanken. Das hat wirklich sehr geholfen, meinen Porsche ab zu bezahlen ;)

Nach der blöden Zwangspause ging es gerade rechtzeitig weiter, um das zweite Sommerfest vorzubereiten. Ich glaube es war Lady Seifenblase, die uns 2012 energisch zur Durchführung des ersten Sommerfestes „ermutigte“. Die Sommerfeste fanden seit dem immer zum Termin der Ersteröffnung des Servers statt, und nicht zum Jahrestag der Eröffnung Skeyavils. Diese Großevents werden mir auf ewig in guter Erinnerung bleiben. Das hat immer wahnsinnig viel Spaß gemacht, auch wenn Vorbereitung und Durchführung für das Team ziemlich stressig waren.

Denn schon 2012 hatten Agoon und Memphises aus beruflichen Gründen ihre Aktivitäten in Skeyavil drastisch zurückgefahren. Seifi, Mangel und ich schmissen den Laden alleine, aber ohne wirklich nennenswerte Probleme. Zum einen waren wir inzwischen eingespielt und routiniert, zum anderen hatte aber auch das allgemeine Interesse an Minecraft und Servern nachgelassen. Als Mojang schließlich vor über zwei Jahren das damalige Bukkit-Team aufkaufte (und wie man heute weiß, auch alles andere was mit Bukkit zu tun hat) bekam ich erste dunkle Vorahnungen, dass es vielleicht nicht ewig so schön weitergehen könnte.

Aber noch war die Welt in Ordnung. Abgesehen von ein paar technischen Störungen im Server-Center lief die Kiste rund und wir waren nach MC-Updates zügig auf dem aktuellen Stand. Naja, was auch daran lag, dass ich mutiger wurde und auch mal Bukkit Beta-Versionen installierte – nach ausführlichen Tests und Rücksprache mit erfahrenen Spielern. So etwas war in unserer Anfangszeit ein absolutes No-Go, aber damals brauchte man auch immer nur wenige Tage auf das Bukkit-Update zu warten. Inzwischen konnte man schon deutlich sehen, dass die frühere Leidenschaft bei den Bukkitleuten und Pluginautoren spürbar verpufft war. Das letzte Jahr, seit MC 1.7, war dann der absolute Tiefpunkt der Innovationen.

Wir konnten den Server zwar noch brauchbar betreiben, spürten aber wie die Probleme größer und größer wurden.  Mojang programmierte ein ums andere Mal den Code neu, Bukkit brauchte immer länger und unzählige Pluginautoren ließen ihre Projekte links liegen. Ich bin heilfroh, mich immer gegen Plugins gewehrt zu haben! Mein Leitspruch „No Plugins, no problems“ hat sich bewährt :) Wir haben nur die allernötigsten Plugins auf dem Server installiert, und somit nur geringe Gefahr, abhängig zu werden. Aber nichts desto trotz, Spaß macht was anderes, und meine Sorgen wuchsen stetig.

So allmählich wurde Ende 2013 auch Mangelware flügge. Sie hatte es uns schon frühzeitig angekündigt, aber als sie sich dann wirklich zurückzog, waren Seife und ich sehr traurig. So vieles hatte sich verändert. Als es dann mit Bukkit 1.7 nicht weiterging  und wir Anfang 2014 wieder Opfer eines Hackerangriffs wurden, summierte sich das bei mir alles. Die Lampen standen auf grell blinkend rot mit Alarmsirene. Ihr könnt euch bei Lady Seifenblase_ bedanken, die mich damals wieder umstimmte.

So ging es noch mal weiter und wir holten uns endlich wieder Verstärkung ins Teamboot! Zu TheBanshe hatten wir immer ein entspanntes Verhältnis. Ein guter Typ, der allen hilft und weiß was er zu tun hat. Und Banshe hatte tatsächlich den Mut und den Willen, den harten Job im Team zu übernehmen. Es ging bei mir gefühlsmäßig wieder deutlich aufwärts, und das ist auch Banshes Verdienst, der von Anfang an einen guten Job gemacht hat. Dazu zeigte sich auch, dass Minecraft 1.8 noch ewig brauchen würde, unsere Bukkit-Version im Großen und Ganzen funktionierte und die 1.7er Subversionen keine Rolle für uns spielten. Also alles im Grünen, passt schon, läuft…

Dennoch merkte ich, dass ich mir immer häufiger Fragen zu unserer Zukunft stellte. Ich machte mir Sorgen und ja, ich wurde auch ein wenig müde von Minecraft. Ich bekam allmählich das Gefühl, irgendwie schon alles gebaut zu haben. Wir führten die Maperweiterung durch und später das Sommerfest… doch jedesmal fragte ich mich, was wohl danach noch käme. Konnte man in unseren Anfangstagen noch fest planen und davon ausgehen, dann und dann das und das zu realisieren, befanden wir uns inzwischen schon seit langem in einer Wolke der Unsicherheit. Als das Ende dann plötzlich wirklich kam, und wie es kam, damit habe sogar ich nicht gerechnet.

Mitte August 2014 wurde Bukkit stillgelegt. Innerlich wusste ich sofort, dass dies unser Todesstoß sein würde. Mojang-Mann Dinnerbone schrieb dann irgendeinen Schwachsinn, er würde Bukkit selber updaten, und es gab sogar Leute die daran glaubten. Als hätte das irgendwas geändert! Bukkit war erledigt, die komplette Mannschaft zurückgetreten, die Community darüber zerstritten, ob Bukkit nun tot sei oder nicht. Für mich war das von Anfang an keine Frage. Leider habe ich Recht behalten. Bevor wir irgendein Bukkit oder etwas Vergleichbares sehen, trampeln wieder Dinosaurier über die Erde.

Skeyavil war immer ein Bukkit-Projekt. Wir hatten nie etwas mit Vanilla zu tun. Wir wollten immer ein aktuelles Minecraft bieten, und zwar mit coolen Features. Im Laufe der Zeit mussten wir unsere Ansprüche immer weiter nach unten korrigieren. Wir hingen immer am Bukkit-Tropf, und der ist nun leer. Die Rahmenbedingungen haben sich in einem schleichenden Prozess enorm verändert. Nun haben wir die Grenze erreicht, an der es noch Sinn macht, den Server weiterzubetreiben. Sicher wird es irgendwann wieder etwas vergleichbares wie Bukkit geben, aber es wird nie wieder das, was es mal war.

Für unser Projekt reicht es nun, wir hatten unsere Zeit.

Der Deal mit Microsoft verbessert die Lage für uns auch nicht. Man kann noch nicht sagen, inwiefern sich das positiv oder negativ für private Server auswirkt, aber der Unsicherheitsfaktor ist schon gewaltig. Als Serverbetreiber möchte ich langfristig planen können. Ich habe nicht unbedingt etwas gegen Microsoft, aber solche Großkonzerne sind nicht gerade als Freund freier Modding-Communities bekannt, und Microsoft ganz sicher nicht als Fan von Open-Source…

Was die Zukunft bringt, wissen wir also nicht. Aber ganz egal, was passieren wird, ich kann und will die Zeit bis dahin nicht mit einem veralteten Server überbrücken, ohne auch nur die leiseste Ahnung zu haben, wo die Reise hingeht. Das bedeutet für mich langsames Sterben. Doch wer weiß, vielleicht tun sich im Laufe der Zeit ja noch ein paar Alternativen auf. Oder überhaupt entwickelt sich aus unserer Community etwas Neues. Wie ich schon weiter oben geschrieben habe, kann man Skeyavil wieder aufbauen. Naja, Skeyavil jetzt nicht direkt, aber etwas ähnliches vielleicht, wenn es sich ergibt ;)

Vorerst ist aber Schluss. Für mich persönlich muss ich auch sagen, dass ich jetzt erst mal eine Pause brauche. Ich werde mich nicht sofort wieder in ein neues Projekt stürzen, bleibe der Welt aber natürlich erhalten :) Genauso wie auch skeyavil.de und das Forum. Es steht euch frei, euch weiterhin dort auszutauschen und auf dem Laufenden zu halten. Sobald Banshe, Seife oder ich wieder ein Projekt starten, das euch interessieren könnte, werden wir so frei sein, alle im Forum registrierten Nasen anzumailen.

Ich lege euch auch besonders den Livestream von Lady Seifenblase ans Herz, wo ich auch ab und an anzutreffen bin. Dies ist ein guter Weg, die Community lebendig zu halten. Jedenfalls gibt es nach wie vor Kontaktwege und wir sind alle nicht aus der Welt ;)

Skeyavil soll uns allen als das in Erinnerung bleiben, was es wirklich war: Der allergeilste Minecraft-Server mit der weltbesten Community aller Zeiten! Und nicht der Server, der ums Verecken versucht hat, auf heile Welt zu machen, als diese schon längst untergegangen war.

Aus diesem Grunde wird der Server am 14.10.2014 endgültig abgeschaltet, genau 3 Jahre nach Agoons Grundsteinlegung. Ein bisschen Drama muss sein.

Ich bedanke mich vor allem bei agoon12, der mich in die ganze Sache reingezogen hat.
Natürlich auch bei Lady Seifenblase_ für ihren unermüdlichen Einsatz und die ganze Liebe!
Dank geht auch an Lady Mangelware für die zahllosen Redstone-Lektionen, das Mangelpack und überhaupt!
TheBanshe für seinen tatkräftigen Einsatz zur rechten Zeit und Fußball-Fachsimpelei :)
Memphises für seine Wahnsinnsbauten und das erbarmungslose Ausrufen von „Jemand Lust auf Spleef?“ :D

Ich könnte schon noch einige aktive und ehemals aktive Spieler und Innen speziell hervorheben, tue dies aber der Fairness wegen nicht. Ihr seid alle toll! Ich werde euch nicht vergessen! Ich bedanke mich bei euch allen dafür, dass ihr in Skeyavil einen nicht unerheblichen Teil eurer Lebenszeit verbracht habt.

Ich wünsche euch alles erdenklich Gute und hoffe, euch bald schon irgendwo wiederzusehen.

Hey Ho!

Euer BossEndorphin

Schreibe einen Kommentar